Caracalla-Thermen
Die Terme di Caracalla liegen in Italien und gehören zu den größten erhaltenen Badeanlagen des kaiserzeitlichen Roms. Ihre Backsteinmauern ragen stellenweise bis zu sechsunddreißig Meter auf. Zwischen Terrassen, Gärten und gewaltigen Sälen entstand ein öffentlicher Ort für Baden, Sport, Lesen und Begegnung. Die klare Symmetrie prägt das Ruinenbild.
Kaiser Caracalla gab den Bau in Auftrag, dessen zentrales Gebäude zweihundertsechzehn eröffnet wurde. Die Arbeiten gingen nach seinem Tod weiter, und spätere Kaiser vollendeten sowie restaurierten die Anlage. Entlang einer geraden Achse folgten Caldarium, Tepidarium, Frigidarium und Natatio aufeinander. Zwei Palästren, Umkleiden und Bibliotheken ergänzten den Badebetrieb. Farbige Marmorböden, Glasmosaike, bemalter Stuck und zahlreiche Statuen schmückten die Räume und Gärten. Viele dieser Kostbarkeiten sind verschwunden.
Unter den Sälen verlief ein weit verzweigtes technisches System. Öfen, Kessel, Wasserleitungen und ein Mühlwerk hielten den Betrieb aufrecht. Ein großes Mithräum bewahrt die sogenannte Fossa sanguinis. Im Jahr fünfhundertsiebenunddreißig beschädigte ein Krieg die Wasserleitungen und beendete den Badebetrieb. Seit dem zwanzigsten Jahrhundert dienen die Ruinen außerdem als Bühne für Aufführungen unter freiem Himmel. Die hohen Mauern zeigen noch immer, welche Dimension ein öffentliches Gebäude annehmen konnte.
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