St. Michael
St. Michael steht in Passau am Nordufer des Inns, kurz vor dessen Mündung in die Donau. Die Kirche gehört zu einem ehemaligen Jesuitenkomplex und grenzt heute an das Leopoldinum. Ihre schlichte Fassade folgt italienischen Architekturformen und sollte dem Dom keine Konkurrenz machen.
Die Jesuiten errichteten den heutigen Bau zwischen 1665 und 1678, nachdem der Stadtbrand von 1662 die erste Kirche zerstört hatte. Pietro Francesco Carlone entwarf den Bau, der bis 1766 auch als Teil eines Kollegs und Priesterseminars diente. Später wurden die Nachbargebäude Schule, Kunstakademie und schließlich Einrichtungen der Universität Passau. Die frühere Kollegsbibliothek bewahrt heute rund 360.000 Bücher, 320 Handschriften und die Vornbacher Bibel von 1421.
Im Inneren verbinden sich ein weißes Tonnengewölbe, Pilaster, barocker Stuck und frühe Rokokoformen. Schwarze und goldene Seitenaltäre von 1678 stehen neben einer Franz-Xaver-Kapelle von 1725. Der Hochaltar zeigt ein Gemälde von 1714 mit dem gefallenen Engel, während große Engelsfiguren den Raum wirkungsvoll beleben.
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Foto: MattisPublic domain 
Foto: AconcaguaCC BY-SA 3.0 
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