Stadtbad
Das Stadtbad steht in Leipzig als dreiflügeliger Jugendstilbau hinter der Straßenfront. Ein Turm und ein Dreiecksgiebel prägen seine Ansicht. Zwei Löwen halten dort das Leipziger Stadtwappen. Otto Wilhelm Scharenberg entwarf die Anlage, deren Bau 1912 begann und die 1916 öffnete.
Im Inneren trennten zwei Schwimmhallen Männer und Frauen. Die größere Männerhalle maß 32 mal 12 Meter und besaß einen Drei-Meter-Sprungturm. Eine Wellenmaschine erzeugte bis zu einen Meter hohe Wellen. Damit entstand die erste Anlage dieser Art in einem europäischen Hallenbad. Bäder, Saunen und orthopädische Übungen ergänzten den Badebetrieb. Besonders eindrucksvoll wirkt die Frauensauna mit maurischen Säulen, Bögen, Goldakzenten und farbigen Mosaiken.
Ein Brunnen mit ornamentalen Fliesen schmückt den Ruheraum. Nach 88 Jahren endete der Badebetrieb wegen baulicher Probleme, während Dach und Gewölbedecken später saniert wurden. Teile der Räume dienen heute Veranstaltungen, darunter Programmpunkte des Wave-Gotik-Treffens. Die geschützte Frauensauna bewahrt ein außergewöhnliches Stück Leipziger Badekultur.
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