St. Eustachius
St. Eustachius ist eine Kapelle in Mittenwald und gehört zur religiösen Landschaft des bayerischen Ortes. Hier begegnen sich christliche Geschichte, lokale Tradition und die Legende eines römischen Soldaten. Die Widmung gilt dem heiligen Eustachius, der ursprünglich Placidus hieß und als römischer General in Kleinasien diente. Seine Geschichte verbindet eine Bekehrung, eine Vision und das Martyrium einer ganzen Familie.
Der Überlieferung nach sah Placidus bei der Jagd einen Hirsch mit einem Kruzifix zwischen dem Geweih. Dieses Zeichen soll ihn zum Christentum geführt haben, woraufhin er sich mit seiner Familie taufen ließ. Die Vision kehrte angeblich mehrfach wieder, und auch seine Frau hörte dabei die Stimme Christi. Um das Jahr 118 sollen Eustachius und seine Angehörigen unter Kaiser Hadrian den Märtyrertod erlitten haben.
Das Motiv erinnert an die Geschichte des heiligen Hubertus, unterscheidet sich jedoch durch Eustachius’ Rolle als Soldat und das Kruzifix im Geweih. In Kunst und Literatur erscheint häufig genau dieser Augenblick, der auch die Vorstellung von der Kapelle prägt. Mittenwald bewahrt darin eine Erzählung über Glauben, Verfolgung und Standhaftigkeit, die seit vielen Jahrhunderten weitergegeben wird.
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