Risiera di San Sabba
Die Risiera di San Sabba liegt in Italien und entstand zwischen 1898 und 1913 als Reishülsenfabrik. Ihre langen Industriegebäude und der offene Innenhof prägen das Bild bis heute. Nach der Besetzung im Oktober 1943 wurde das Gelände zum Polizeihaftlager für Gefangene, Folter, Selektion und Deportationen. Während des Krieges diente es außerdem als Ort von Tötungen.
Ein Krematorium war hier von 1944 bis zum Kriegsende in Betrieb, eine Besonderheit unter den nationalsozialistischen Lagern in Italien. Der Innenhof markiert die Stelle des früheren Schornsteins und zeigt die ehemaligen Maschinen- und Kesselräume. Zeugenaussagen schildern die Abläufe nach dem Krieg unterschiedlich, wodurch die historische Rekonstruktion schwierig bleibt. Besonders unmittelbar wirkt die Halle mit siebzehn kleinen Zellen für politische Gefangene, Widerstandsmitglieder, Jüdinnen und Juden sowie festgenommene Zivilpersonen.
Nach dem Krieg diente die Anlage mehrere Jahre als Auffanglager für Flüchtlinge. Seit 1965 steht sie als Nationaldenkmal unter Schutz, seit 1975 beherbergt sie ein Stadtmuseum und eine Gedenkstätte. Eine multimediale Ausstellung ergänzt Fotografien, Dokumente, Gegenstände ehemaliger Deportierter und Videozeugnisse. Im Innenhof erinnert eine große Metallplatte an den Ort des früheren Krematoriums.
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