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Ruine der Freitreppenanlage des ehemaligen Neuen Lusthauses

Die Ruine der Freitreppenanlage des ehemaligen Neuen Lusthauses bewahrt in Stuttgart einen Teil eines bedeutenden Baus der späten deutschen Renaissance. Georg Beer errichtete ihn zwischen 1584 und 1593. Herzog Ludwig ließ das Neue Lusthaus im damaligen Lustgarten für höfische Feste und repräsentative Architektur errichten. Hohe Giebel überragten damals sogar die nahe Stiftskirche. Arkaden mit 65 Büsten zeigten die Vorfahren Herzog Ludwigs und bildeten eine Ahnengalerie des Hauses. 27 Säulen trugen im Saal ein Rippengewölbe über drei Wasserbecken. Außentreppen führten in einen freitragenden Festsaal, dessen bemalte Tonnendecke eine besondere Dachkonstruktion ermöglichte. Spätere Umbauten schufen ein Opernhaus und ein königliches Theater. Leopoldo Retti wandelte den Bau 1750 zum Opernhaus um, später folgten Arbeiten von Philippe de La Guêpière und Nikolaus Friedrich von Thouret. Ab 1811 diente er als königliches Theater. Ein Brand zerstörte 1902 die verbliebenen Teile, nachdem das Gebäude mehrfach erweitert und verändert worden war. 1904 gelangte die westliche Arkade mit zwei Treppen in den Mittleren Schlossgarten. Dort steht das Fragment, von Stahl- und Holzkonstruktionen gesichert, als Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung. Die Ruine macht Stuttgarts Renaissancearchitektur am erhaltenen Baukörper ablesbar.

Stadt
Stuttgart
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