Gustav Stange
Gustav Stange erinnert in Stuttgart an einen Zeugen Jehovas und Kriegsdienstverweigerer während der nationalsozialistischen Herrschaft. Der Stolperstein liegt vor seiner früheren Wohnung in der Münchinger Straße. Stange wurde in Stammheim geboren und arbeitete als Schuhmacher. Als Soldat verweigerte er den Hitlergruß, den Treueeid auf Hitler und das Tragen von Waffen. Ein Stuttgarter Kriegsgericht verurteilte ihn deshalb zum Tode. Seine Haltung brachte ihm den Vorwurf der „Zersetzung der Wehrkraft“ ein.
Der Stolperstein war der erste in Stuttgart für ein Mitglied der Zeugen Jehovas. Die Religionsgemeinschaft war in Baden-Württemberg bereits 1934 verboten. Gunter Demnig setzte den Stein im Gedenken an Stanges Widerstand und an die Verfolgung dieser Gruppe. Die kleine Messingplatte verbindet seine persönliche Geschichte mit der Stuttgarter Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg. Sein überlieferter Satz aus dem Prozess bleibt besonders eindringlich: Wenn alle so handelten wie er, wäre der Krieg sofort beendet. Die zugängliche Gedenkstätte macht diese Geschichte im öffentlichen Straßenraum sichtbar.
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