Nikolaikirche
Die Nikolaikirche steht am Leipziger Nikolaikirchhof im Stadtteil Mitte und verbindet romanische, gotische und barocke Bauteile. Der Bau begann 1165. Im frühen 16. Jahrhundert entstand daraus eine gotische Hallenkirche mit hohen Fenstern und spitzen Bögen. Der Hauptturm folgte 1730, das Portal 1759. Zwischen 1784 und 1797 gestaltete Johann Carl Friedrich Dauthe den Innenraum neoklassizistisch um, mit klaren Linien und Säulen nach antikem Vorbild.
Seit 1539 dient das Gebäude der evangelischen Gemeinde, während auch katholische Gottesdienste möglich sind. Gottfried Wilhelm Leibniz wurde hier 1646 getauft. Johann Sebastian Bach wirkte von 1723 bis 1750 als Thomaskantor und führte mehrere Werke hier erstmals auf. Die 1862 von Friedrich Ladegast gebaute Orgel besitzt nach ihrer Restaurierung 2004 fünf Manuale und 103 Register. Damit steht in Leipzig die größte Orgel Sachsens.
Besondere Bedeutung erhielt der Ort durch die Friedensgebete und Montagsversammlungen von 1989 bis 1991. Diese Proteste gegen die DDR-Herrschaft trugen zum Fall der Berliner Mauer bei. Über 1.400 Sitzplätze, Konzerte und Gemeindeveranstaltungen prägen das Gebäude bis heute. Rollstuhlgerechter Zugang, Familienangebote und ein verbundener Kindergarten ergänzen den offenen Charakter.
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