Maria-Magdalenen-Kapelle
Die Maria-Magdalenen-Kapelle steht als kleine römisch-katholische Kapelle im Herzen von Erfurt. Ihre erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem späten dreizehnten Jahrhundert.
Das heutige Bauwerk entstand im vierzehnten Jahrhundert und diente zunächst als Kapelle für den angrenzenden Friedhof. Dort bestattete man außerhalb der Stadtmauern gefundene Leichen. Später endeten die religiösen Funktionen, bevor die Kapelle erneut als römisch-katholische Nebenkapelle des Mariendoms diente. Im neunzehnten Jahrhundert wurde sie säkularisiert und umgebaut.
Eine neue Fassade prägte die Kapelle im späten neunzehnten Jahrhundert, während das Innere später restauriert wurde. Danach nahm das Gebäude weitere kulturelle Aufgaben auf. Vom späten zwanzigsten Jahrhundert bis 2007 beherbergte die Kapelle das alternative Gallitheater, genannt Theater in der Kapelle. Die spätere Nutzung als Kolumbarium verbindet den Sakralbau mit einer neuen Funktion. Bei Restaurierungsarbeiten kamen Überreste einer früheren romanischen Struktur zum Vorschein, die den Bau zusätzlich einordnen. Die Erfurter Künstlerin Evelyn Körber übernahm die notwendigen Anpassungen. So verbindet der Bau religiöse Geschichte, Friedhofsnutzung, Theater und zeitgenössische Erinnerungskultur.
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